Starke Wirkung – durch digitales Storytelling

Mit guten Geschichten können Unternehmen von sich reden machen und Zielgruppen emotional erreichen.

Ob Märchen, Kriminalroman oder Familiensaga, Tratsch und Klatsch, manche verorten Geschichten überall, aber nicht im Marketing oder in der Unternehmenskommunikation. Doch genau da gehören sie hin, sagen Kommunikationsexperten. Sie halten Storytelling für ein zentrales Element des Content Marketings – weil sie wirkt und Marken mit Hilfe von Geschichten ganz besonders gut und dauerhaft in den Köpfen der Zielgruppen verankert werden können.

Gehirn liebt Bilder

Der Kommunikationswissenschaftler Dr. Dieter Herbst sieht in der Geschichte eine „Urform der menschlichen Kommunikation“. Die Methode des Storytellings wirke deshalb so stark, weil Geschichten an die Grundprinzipien des Gehirns anknüpfen: „Geschichten sind deshalb besonders gehirngerecht, weil sie bildhaft, bewegungsnah und anschaulich sind.“ Ein größerer Teil der Gehirntätigkeit ist der Wahrnehmung, Verarbeitung und Speicherung von Bildern gewidmet. Geschichten merkt sich das menschliche Gehirn also weitaus besser als abstrakte Informationen.

Storytelling funktioniert nur lebendig und konkret

Dazu Dieter Herbst: „Es reicht mit Blick auf das Gehirn also nicht aus zu sagen, ein Unternehmen sei kompetent. Stattdessen sollte das Unternehmen lebendig und deutlich vermitteln, was es unter diesem Begriff versteht, wie sich seine Kompetenz zeigt und wie es diese weiterentwickelt.“ Es kommt also auf eine emotionale Verknüpfung an. Die Geschichte soll nicht nur verstanden werden, sie soll darüber hinaus auch verinnerlicht und im besten Fall weitererzählt werden.
Schließlich spielen die Geschichten eines Unternehmens auch in seinen Beziehungen eine wichtige Rolle. Ein Unternehmen sollte sich darüber im Klaren sein, aus welcher Haltung heraus es zu seinen Bezugsgruppen, Kunden, Mitarbeitern spricht und sich zu diesen verhält, betont Dieter Herbst. Dabei kann ein Unternehmen sehr unterschiedliche Haltungen einnehmen. Beispiele sind eine eher kontrollierende Haltung, eine fürsorgliche oder auch kritische Haltung, eine fördernde oder auch eine rebellische. Keine sei grundsätzlich besser als die anderen, alle haben ihre Vor- und Nachteile, argumentiert Herbst. Es komme vielmehr darauf an, dass das Unternehmen sich der eigenen Haltung bewusst sei und diese in den Geschichten richtig einsetze.

Faszination Storytelling

Wir sind fasziniert von Geschichten. Jedes Unternehmen hat Geschichten zu erzählen, für die sich Kunden, Partner und Journalisten interessieren, so der Kommunikationsexperte Dieter Herbst. Jedes Unternehmen muss für sich entscheiden, mit welchen Themen es assoziiert werden will. Aber: Das Erzählen von Geschichten setzt voraus, dass Unternehmen ihre Beweggründe kennen, Ihre Träume, die Motive ihrer Mitarbeiter und Kunden. Aus alldem lassen sich Themen ableiten: Innovation, Arbeitgebermarke, Service, soziales Engagement und anderes mehr. Doch Unternehmen warten zu oft allein darauf, so Herbst, dass der Markt ihnen sagt, „was sie brauchen, wollen, wünschen und erwarten.“ Aber nur, wer sich selbst gut kennt, kann auch andere überzeugen.

Jetzt teilen!