Organisch ist tot! Stimmt… nicht ganz

Wer auf seinen Social Media-Kanälen Traffic erzeugen möchte, braucht entsprechende Kampagnen. Wer Follower generieren will, muss Page-Like-Ads schalten. Und überhaupt: Ohne Paid geht nichts mehr! Sätze, die Sie alle schon einmal gehört haben, oder? Und denen wir zustimmen – teilweise. Denn obwohl nahezu alle Social Media-Plattformen ihre organische Reichweite immer mehr beschneiden, gibt es doch einige Kniffe und Tricks, mit denen sich Follower, Reichweiten und Interaktionen auch ohne Mediabudget steigern lassen. Unser Praxistest zeigt, wie.

Lang lebe Paid! Kostenpflichtige Social Media Anzeigen haben Hochkonjunktur. Und das aus gutem Grund: Da immer mehr User auf LinkedIn, Xing, Instagram, Facebook und Twitter unterwegs sind, würde unser Newsfeed schnell „überquillen“, bekämen wir jede Handlung unserer hunderten von Freuden zu sehen. Also schrauben die Social Media-Plattformen ihre organische Reichweite mithilfe von Algorithmen herunter. Der einfachste Weg, sich, sein Unternehmen und seine Marken dann sichtbar zu machen: für zusätzliche Reichweite bezahlen.

Der Algorithmus ist ein Fuchs – locken wir ihn aus seinem Bau
Demnach haben Unternehmen und Marken ohne großes Mediabudget automatisch das Nachsehen? Nicht unbedingt! Denn mit ein paar Kniffen tricksen wir den intelligenten Algorithmus, der entscheidet, wer was wann wie oft zu sehen bekommt, etwas aus. Dazu folgendes Praxisbeispiel: Unser Kunde wollte in Sachen Social Media dieses Jahr von allem ein bisschen mehr erreichen. Mehr Follower, mehr Traffic, mehr Interaktion. Im ersten Schritt stellten wir deshalb ein Corporate Influencer-Team zusammen. Diese Corporate Influencer traten so oft wie möglich in Interaktion mit ihrem Unternehmen. Denn die Social Media-Kanäle belohnen fleißige User. Und der Algorithmus tut dies auch.

Ein bisschen Mathe muss schon sein
Es ist eine ganz einfache Rechnung: Mehr Interaktion fördert die Reichweite. Und mit mehr Reichweite ergeben sich mehr Möglichkeiten für zusätzliche Interaktion. Klingt zu simpel? Dann aufgepasst: Der Algorithmus erkennt, wie oft ein User mit den Inhalten einer Seite interagiert. Häufige Interaktion signalisiert ihm Interesse. Dadurch spielt er ihm immer mehr Posts aus. Hierzu ein kleines Rechenbeispiel: Zeigen ihm die sozialen Netzwerke. jeden Tag einen Post anstatt nur alle drei Tage einen, so hat er in einer Woche sieben Mal die Chance, Seiteninhalte zu liken. Bei einem Post alle drei Tage ergeben sich nur zwei ein Drittel Möglichkeiten pro Woche um zu interagieren. Gleichzeitig beeinflusst die nun gesteigerte Interaktion auch die Reichweite. Denn reagiert ein User nicht auf einen Post, bleibt er auch für sein Netzwerk unsichtbar. Teilt er aber sieben Posts in der Woche, bietet er seinen Freunden und Followern etwa sieben Mal die Chance, ihm dies gleichzutun. Wenn nun auch diese die Inhalte teilen oder liken, sehen das wiederum deren Freunde – der Dominoeffekt ist im vollen Gang. Gleiches Phänomen beobachten wir übrigens, wenn Videos ganz ohne Ad-Schaltung viral gehen.

Liken, teilen, kommentieren: Es darf ein bisschen mehr sein
Zurück zu unserem Corporate Influencer-Team. Das „einfache“ Liken der Posts hat schon nach kurzer Zeit die Reichweite erhöht – die Basis war geschaffen. Für noch bessere Ergebnisse müssen wir aber auch einen Blick auf die Hierarchie innerhalb der Interaktionsvielfalt werfen. Liken ist schön und gut, teilen ist besser und nichts geht über kommentieren! Dem Algorithmus – und mag er auch noch so intelligent sein – ist es hierbei ganz gleich, wie der Kommentar aussieht. Ein einfacher „gelungener Beitrag“ zählt mehr als jeder Like. Selbstverständlich sind hochwertige Comments immer schöner. Sie regen andere User zu weiteren Kommentaren an. Nur so entsteht Kommunikation. Aber, seien wir ehrlich: Hierfür brauchen wir Zeit und ein Thema, zu dem wir auch wirklich etwas zu sagen haben. Auch wenn „gelungener Beitrag“ weder kreativ noch inspirierend ist – es vermittelt dem Algorithmus scheinbares Interesse. So sorgt es dafür, dass der entsprechende Post höher gerankt wird. Das Gleiche gilt für’s Teilen. Teile ich einen Post, bekommen ihn meine Social Media Kontakte als Share angezeigt. Er weckt Interesse und motiviert, diesen Beitrag anzuklicken. Schafft das auch ein einfacher Like? Wohl eher nicht.

Freunde von Freunden kennen bestimmt Freunde, die Freunde haben
Unser Corporate Influencer-Team hat diese einfachen Tricks beherzigt und so innerhalb von ein paar Wochen die Reichweite und infolge dessen die Impressionen sowie die Interaktionen merklich gesteigert. Denn auf einmal wurden die Posts auch für jene Kontakte der Teammitglieder sichtbar, die vorher nie mit deren beruflichen Social Media-Kanälen in Berührung gekommen waren. Sie haben diese mit ihrem Netzwerk geteilt, dadurch weiterempfohlen und so das digitale Lauffeuer geschürt.
Fassen wir also zusammen: Auch wenn sich die richtig großen Erfolge nur mit Paid Media erzielen lassen – ein paar kleine und routinierte Handgriffe sorgen dafür, dass der eigene Content stärker verbreitet wird und mehr Beachtung findet. Oberste Priorität hat aber immer die Qualität. Denn unabhängig von bezahlter oder organischer Reichweite – ohne Mehrwert für den User ist auch die größte Reichweite nicht viel wert und wird niemals zu einer gewinnbringenden Community heranreifen.

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