Memes schlagen Texte – oder?

In den sozialen Medien ist Aufmerksamkeit ein hart umkämpftes Gut. Texte spielen dabei scheinbar eine untergeordnete Rolle. Sie treten in den Hintergrund, während Memes, GIFs und Kurzvideos trenden. Ein Grund dafür ist, dass das menschliche Gehirn visuelle Informationen schneller verarbeitet als Information in Textform. Alles Visuelle dient als Eyecatcher und sticht in der täglichen Informationsflut besser hervor. Dennoch sind Textformate im Online-Marketing das am häufigsten verwendete Contentformat. Während visuelle Inhalte die Aufmerksamkeit des Rezipienten erregen, schaffen Texte einen sinnvollen Kontext, transportieren wichtige Informationen und stellen Sachbezüge her. Sprache und Texte beeinflussen tagtäglich unsere Wahrnehmung – wie wir denken, handeln und woran wir uns erinnern. Auch wenn visuelle Contentformate immer mehr in den Vordergrund rücken, haben Texte eine große Macht, die es zu nutzen gilt. Denn nicht immer schlagen Memes Texte. Wie funktioniert Texten im Social-Media-Bereich?

Ähnlich einem Handwerk, denn auch hier gibt es Kniffe, die dabei helfen, einen guten Text zu schreiben. Das A und O dieses Handwerks sind die Kriterien Inhalt, Aufbau und Sprache.

Bei der Entwicklung der Inhalte sollte stets die Zielgruppe im Mittelpunkt stehen. Denn sie sind nur dann erfolgreich, wenn sie die Zielgruppe ansprechen, interessieren oder bereichern. Unternehmen sollten daher nicht den Fehler begehen, ihre Social-Media-Kanäle als reine Werbeplattform für sich selbst und ihre Produkte zu nutzen. Vielmehr sollten sie auf die Themen setzen, welche die Kundenbedürfnisse adressieren. Der kurze und prägnante Text sollte eine einzige Kernaussage enthalten, die – wenn möglich – mit Fakten und Belegen gestützt wird. Durch spannende Geschichten mit Unterhaltungswert erhöhen Sie die Attraktivität Ihrer Texte und heben sie von der Masse ab.

Der klassische Aufbau eines Textes setzt sich aus Einleitung, Hauptteil und Schluss zusammen. Für Social Media gilt dieser Aufbau in modifizierter Form, da viele Plattformen eine Zeichenbegrenzung vorgeben. Doch auch bei Kurztexten heißt es: Der erste Satz entscheidet darüber, ob ein Nutzer weiterscrollt oder stoppt. Mit einem spannenden Einstieg, einer provokativen These, Frage oder Headline motivieren Sie den Nutzer, weiterzulesen. Zum Schluss des Beitrags sollten Sie durch eine direkte Ansprache oder einen CTA die Interaktion der Nutzer anregen.

In Sachen Sprache heißt es: Weniger ist mehr. Hier sollten Sie auf eine zielgruppengerechte Sprache und eine entsprechende Wortwahl achten. Der Text muss leicht verständlich sein und darf niemanden durch zu viele Fremd- oder Fachwörter abschrecken. Überprüfen Sie den Text zuletzt auf Grammatik- oder Rechtschreibfehler, um Fauxpas zu vermeiden. Darüber hinaus gibt es kanalspezifische Richtlinien, die zu berücksichtigen sind. Die Verwendung von Hashtags ist auf LinkedIn und Twitter gern gesehen, während sie bei Xing überhaupt nicht und bei Facebook sehr reduziert zum Einsatz kommen. Statt „one fits all“-Texte zu verfassen, lohnt es sich, diese in ihrer Tonalität an die Nutzer der jeweiligen Plattform anzupassen.

Der Schlüssel zum Erfolg: Handwerkszeug und Kreativität
Schreiben für Social Media lässt sich lernen. Die Basis eines guten Textes besteht aus einigen Grundregeln, die leicht zu befolgen sind. Darüber hinaus gehört eine gute Portion kreativer Ideen dazu, um außergewöhnliche Inhalte zu schaffen.

Zehn Tipps für einen überzeugenden Social Media Text:
1. Weniger ist mehr
2. Sprache der Zielgruppe sprechen
3. Posts je nach Kanal differenzieren
4. Aktive und persönliche Formulierung
5. Spannender Einstieg
6. Interaktion fördern
7. Geschichten erzählen
8. Hashtags, Emojis, Zeichenbegrenzungen beachten
9. Fehlerlos glänzen
10. Kreative Ideen umsetzen

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