It’s all about… Marketing Centricity

„Das Thema Marketing Centricity bewegt die Branche. Und so war es kein Wunder, dass es 1.500 Teilnehmer zum 46. Deutschen Marketing Tag nach Düsseldorf brachte. Für zwei Tage war die Rheinstadt das Mekka der Marketingbranche. Unter dem Motto #marketing_centricity diskutierten die Experten über die Zukunft des Marketings.

„Marketing muss mehr sein als eine Ansammlung von verschiedenen Tools und Taktiken“, forderte Dr. Ralf Strauß, Präsident des Deutschen Marketing-Verband (DMV). Der Kongress bot den Marketers ausreichend Inspirationen und Best Practices dafür.

Die neue Angst: Fake News

Die erste Keynote oblag Steven Bartlett, der über Künstliche Intelligenz und Social Media – oder „How we are no longer in control“ sprach. Am Beispiel des fiktiven 16-jährigen Fußballers Rex Secco, der angeblich für 34 Millionen Pfund zu Arsenal London wechseln sollte, zeigte Steven Bartlett, wie leicht heute Fake News entstehen und mehr denn je Ängste schüren. So sorgen sich laut aktuellen Studien 53 Prozent der Menschen, dass sie diesen in den sozialen Medien ausgesetzt seien. Gleichzeitig, so betonte Bartlett, würden 42 Prozent der Nutzer aber nur die Headlines in den sozialen Medien lesen.

Was heißt das für Unternehmen? Um das Vertrauen der Menschen zu gewinnen, müssen sie transparenter werden. „In einer Welt aus Glaskästen haben Sie keine interne, sondern eine öffentliche Unternehmenskultur“, erläuterte Steven Bartlett. Und dazu würde Social Media einen großen Beitrag leisten. Denn es vergrößere, was bereits vergrößert werde.

Storytelling mit Sinnstiftung

Über die Kraft von Brand Storytelling sprach anschließend Marcus Haus. Der Marketingleiter skizzierte die neue Markenführung von Penny: „Wir sind in unseren Geschichten nicht mehr der Held. Wir sind der Mentor unserer Kunden.“ Das zeige auch der aktuelle Weihnachts-Spot „Weihnachten ist für Kinder. Also für uns alle“. Mit dem Film wolle der Discounter seine Kunden dazu anregen, wieder das Kind in sich zu entdecken und die Sorgen des Alltags für einen Moment zu vergessen. Das Storytelling mit Sinnstiftung komme bei den Menschen an. Der Beweis: aktuell über 14 Millionen Views.

Customer Experience schlägt Preis und Produkt

In seinem Vortrag „Marketing Excellence in der Experience Economy“ erläuterte Sven Robel, warum Customer Centricity immer mehr die Wahrnehmung von Marken präge. Der Marketingleiter Cloud von Oracle ging sogar noch einen Schritt weiter. Als wichtigstes Kriterium für eine Kaufentscheidung würden Customer Experience schon bald Preis und Produkte ablösen. Marken sollten sich schneller denn je darauf einstellen, denn „wie Kunden mit Marken umgehen, ist nicht mehr vorhersehbar. Das verändert wiederum die Art, wie Marken mit ihren Kunden Geschäfte machen.“

Emotio schlägt Ratio – dank Cathy Hummels

Etwas Besonderes hatte sich die Unternehmensberatung Roland Berger ausgedacht. Tobias Göbbel und Helen Saadé stellten zuerst eine internationale Studie über die „Generation Y und ihre Influencer“ vor. Die sogenannten Millennials seien schon heute die größte Bevölkerungsgruppe und würden morgen über das höchste Einkommen verfügen. Deshalb müssten Marketers diese junge Generation und ihr Kommunikationsverhalten verstehen. So würden zum Beispiel erfolgreiche Sendungen und Formate in den klassischen Medien stagnieren, hingegen würden die sozialen Medien und die Influencer enorm an Abonnementen und Reichweite gewinnen. Deshalb sei Influencer Marketing Pflicht für alle Marketers.

Weil Zahlen aber nur die Ratio ansprechen, holten die beiden Berater die Influencerin Cathy Hummels auf die Bühne. Die Ehefrau des Fußball-Profis Mats Hummels erklärte, wie sie mit Marken erfolgreich zusammenarbeitet. Zum einen schaue sie sich die Vorschläge für Kampagnen genau an und entscheide dann, ob sie die Marke und die Kampagne gut fände oder nicht. Zum anderen suche sie sich aber auch Marken aus und gehe proaktiv auf diese zu, um gemeinsam Konzepte zu entwickeln. Dies ist ihrer Meinung nach der vielversprechendere Weg.

Wirtschaft unendlich denken

„Wir müssen lernen, unsere vorhandenen Ressourcen und unsere Wirtschaft unendlich zu denken“, so der Wirtschaftsphilosoph Anders Indset. Dabei gehe es nicht um gewinnen oder verlieren, sondern darum, so lange wie möglich mitzuspielen. Heutzutage sei bei allen Produkten höchste Qualität nur noch die Basis. Daher bräuchten wir Marken und spürbaren Nutzen. Denn die Menschen würden vom Verbraucher zum Gebraucher werden und viel bewusster konsumieren. Die Marketers forderte der Bestsellerautor von „Quantenwirtschaft“ deshalb auf, zum Gestalter des Wandels zu werden.

It’s all about our future

Mittlerweile ist der Deutsche Marketing Tag wieder ein Muss für alle Marketers. Das Leitthema Marketing Centricity wurde aus unterschiedlichen Perspektiven bestens beleuchtet. Und das wertvollste dabei war, dass Marketingexperten aus der Praxis über ihre Erfahrungen gesprochen, Insights über ihren Weg gegeben und ihre Lessons Learned geteilt haben. Kurzum: Der Deutsche Marketing Tag bot praktisches Marketing-Know-how von den besten Experten Deutschlands. It was all about Marketing Centricity and it’s all about our future.

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